AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

Juli 2025

Mit Compressed-Air-Energy-Storage (CAES) entsteht eine neue Generation von Langzeitspeichern. Unterirdische Druckluftsysteme wie die AirBattery könnten die Stromversorgung effizient, wirtschaftlich und umweltverträglich auch bei Dunkelflauten sichern. Dank technischer Durchbrüche und wachsendem Investitionsinteresse rücken die Speichertechnologien in den Fokus der globalen Energiewende.

Wenn Wind und Sonne ausfallen, braucht es verlässliche Reserven. Klassische Batteriesysteme stossen bei grossen Energiemengen und langen Speicherzeiten an Grenzen. Genau hier setzen Druckluftspeicher an. Sie wandeln überschüssige Energie in komprimierte Luft um und speichern sie in unterirdischen Kavernen, über Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg. Bei Bedarf wird die Luft wieder entspannt und Strom erzeugt. Die AirBattery und modernisierte CAES-Systeme repräsentieren einen Wendepunkt in der Speichertechnologie.

Innovative Kombination aus Druckluft und Wasser
Die AirBattery  nutzt Salzkavernen, um Druckluft bei bis zu 200 bar zu speichern. Die Entspannung der Luft verdrängt Wasser, das eine Turbine antreibt. Ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für hohe Effizienz bei geringem Ressourceneinsatz. Erste Pilotprojekte zeigen Wirkungsgrade von 47 %, in Deutschland soll 2027/2028 die erste industrielle Anlage entstehen.

CAES mit über 70 % Wirkungsgrad
Während ältere CAES-Anlagen bei 40–55 % lagen, zeigen neue Entwicklungen wie an der North China Electric Power University, dass mit thermischer Rückgewinnung und Hybridisierung nun bis zu 70 % erreicht werden. Diese Innovation macht CAES erstmals wirtschaftlich attraktiv, mit Stromgestehungskosten zwischen 55 und 120 €/MWh. Gleichzeitig reduziert sich der Rohstoffverbrauch drastisch, da keine seltenen Metalle benötigt werden.

Das Potenzial ist riesig
Allein in Europa gibt es sehr viele geeignete Salzkavernen mit einem Speicherpotenzial von zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs. In der Schweiz bieten Granitformationen, alte Festungen oder strategische Hohlräume vergleichbare Chancen. Die Nutzung vorhandener Infrastruktur macht CAES besonders nachhaltig und kosteneffizient.

Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial
CAES punktet mit Skaleneffekten und langer Lebensdauer. Investitionen rechnen sich besonders bei grossen Anlagen mit Speicherzeiten über 8 Stunden. Die Amortisationszeit liegt bei 6 bis 11 Jahren, der ROI kann bis zu 12 % betragen. Bis 2030 könnten weltweit 10–20 % des Speicherbedarfs durch CAES gedeckt werden, das entspricht einem Markt von über 100 GW Leistung.

China macht vor, was Europa lernen kann
China zeigt, wie gezielte politische Steuerung Speichertechnologien voranbringt. Klare Regulierungen, staatliche Zuschüsse und grüne Kreditlinien treiben dort den Ausbau massiv voran. In Europa fehlt bisher ein vergleichbarer Rahmen. Um das Potenzial zu heben, braucht es technologieoffene Förderinstrumente, schnellere Genehmigungen und Anreize für Netzdienstleistungen.

Klimabilanz und Nachhaltigkeit
CAES erreicht Lebenszyklus-Emissionen von nur 20–50 g CO₂/kWh, weit unter Gaskraftwerken und oft besser als Batteriesysteme. Dank langlebiger Komponenten, geringer Flächenbeanspruchung und ressourcenschonender Bauweise wird CAES zum Baustein für eine klimaneutrale Energiezukunft. Die Kombination mit Power-to-Gas oder Batteriesystemen bietet zusätzliche Flexibilität.

Druckluftspeicher werden strategischer Erfolgsfaktor
AirBattery und moderne CAES-Systeme könnten zum Rückgrat der Energieversorgung von morgen werden. Ihre Fähigkeit, erneuerbare Energie über lange Zeiträume effizient zu speichern, macht sie zu einer echten Alternative, auch wirtschaftlich und ökologisch. Für Versorger, Stadtwerke und Investoren ist jetzt der Zeitpunkt, Pilotprojekte zu realisieren und regulatorische Voraussetzungen zu schaffen. Die nächsten Jahre entscheiden, ob CAES vom Nischenprodukt zum Systembaustein der Energiewende wird.

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