Forschung als Fundament für die Bauwende

Juli 2025

Die Bauwirtschaft steht unter massivem Veränderungsdruck. Digitalisierung, Ressourcenknappheit, Klimaziele und Fachkräftemangel erfordern ein neues Denken. Forschung rückt zunehmend ins Zentrum, als Schlüssel für Effizienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Österreichische Institutionen zeigen, wie praxisnahe Innovation möglich wird.

Der Wandel in der Bauwirtschaft ist unübersehbar und ohne Innovation nicht zu bewältigen. Ob Kreislaufwirtschaft, neue Baustoffe, digitale Planungsinstrumente oder energieeffiziente Gebäudetechnologien, wer heute in Forschung investiert, sichert sich morgen einen Platz im Markt. Für Harald Kopececk ist klar, Forschung muss zur strategischen Priorität werden, überbetriebliche, anwendungsnahe Kooperationen sind dabei entscheidend.

Forschungsschwerpunkte
Die Bauwirtschaft denkt zirkulär und das zunehmend systematisch. Projekte wie CEScaleUP (AIT) oder Mindwood (Holzforschung Austria) zeigen, wie Materialkreisläufe neu gedacht und Sensorik direkt in Holz integriert werden kann. Gleichzeitig nimmt der Fokus auf Bestandsbauten zu. Mit Projekten wie FluccoSan und DyNaBe entwickelt das IBO Sanierungslösungen, die ökologische, ökonomische und komforttechnische Ziele vereinen. Ziel ist es, klimafitte Lösungen auch für kleinere Gemeinden bereitzustellen.

Kooperation als Innovationsmotor
Forschung wird zur Gemeinschaftsaufgabe. Fast 80 % der ZAB-Projektpartner stellen Know-how unentgeltlich zur Verfügung. Die Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV) macht ihre Forschungsergebnisse öffentlich zugänglich und fördert so die Umsetzung auf Branchenebene. Projekte wie agile Tragwerkplanung oder SusDeCon zielen auf Materialeffizienz und CO₂-Reduktion ab – basierend auf offenen Erkenntnissen, die potenziell Normen beeinflussen können.

Finanzierung als Schlüssel zur Umsetzung
Innovative Ansätze brauchen solide finanzielle Grundlagen. Förderprogramme wie die Forschungsprämie, das FFG-Basisprogramm oder Horizon Europe bieten gezielte Unterstützung, von der Gründungsphase bis zum marktfähigen Produkt. Eva Martischnig (BDO Austria) empfiehlt, die Förderlandschaft strategisch zu nutzen, um technologieoffene Projekte mit hoher Praxisrelevanz rasch voranzubringen.

Die Zukunft beginnt im Bestand
Im Zentrum der Bauwende steht die Frage, wie lassen sich bestehende Gebäude klimafit machen? Der Fokus verlagert sich von Neubauten auf Transformation. Sanierungsforschung, insbesondere im Kontext von Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Energienutzung, wird zur Kernaufgabe. Projekte wie Circular Twin oder Klimagemeinschaften zeigen, dass Lösungen möglich sind, wenn Planung, Technik und soziale Akzeptanz zusammen gedacht werden.

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