Schweiz ist 2025 wettbewerbsfähigstes Land der Welt

Juni 2025

Die Schweiz erklimmt Platz 1 im World Competitiveness Ranking 2025 des IMD. Ein eindrückliches Signal für Stabilität, Effizienz und Zukunftsfähigkeit in einem zunehmend fragmentierten Weltmarkt. Während protektionistische Strömungen zunehmen und geopolitische Spannungen die internationalen Rahmenbedingungen erschweren, behauptet sich die Schweizer Volkswirtschaft durch strategische Stärke, institutionelle Qualität und Innovationskraft.

Die Schweiz steht erneut an der Spitze der wettbewerbsfähigsten Länder weltweit. Erstmals seit Jahren wieder auf Platz 1 im renommierten IMD World Competitiveness Ranking. Im Vorjahr lag sie noch auf Rang 2, nun überholt sie Singapur und bestätigt damit ihre Position als internationaler Benchmark für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter komplexen Rahmenbedingungen.

Ausschlaggebend für diesen Erfolg sind laut Bericht vor allem die hohe Effizienz staatlicher Institutionen, die erstklassige Infrastruktur und die gesellschaftliche Stabilität. In beiden Kategorien, Behördeneffizienz und Infrastruktur, sichert sich die Schweiz erneut den Spitzenplatz. Diese Qualitäten werden zunehmend entscheidend, da sich die Weltwirtschaft mit disruptiven Veränderungen, Handelsneuordnungen und geopolitischen Verschiebungen konfrontiert sieht.

Herausforderungen trotz Spitzenplatz
Trotz der hervorragenden Gesamtbewertung zeigt der Bericht auch Schwachstellen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fällt auf Rang 13 zurück, die Unternehmenseffizienz auf Rang 6, ein Signal, dass der globale Wettbewerb auch in der Schweiz Spuren hinterlässt. Die Gründe, steigendem Kostendruck, regulatorische Komplexität und ein zunehmend schwieriger Marktzugang im Ausland.

Gerade vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen wird klar, dass die Schweiz ihre Handelsbeziehungen gezielt diversifizieren muss. Die Sicherung des Zugangs zu internationalen Märkten und die Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten rücken stärker in den Fokus der Standortpolitik.

Strategie für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
Die Autoren des Rankings betonen, dass Effizienz, Agilität und Zukunftsorientierung zentrale Pfeiler langfristiger Wettbewerbsfähigkeit sind. Die Schweiz punktet hier durch ihr verlässliches Rechtssystem, solide öffentliche Finanzen, stabile Bildungseinrichtungen und starke Innovationsökosysteme.

Doch auch sie steht vor grossen Aufgaben. Die Reform des Rentensystems, die Sicherung der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und die Förderung nachhaltiger Innovationen werden über die Zukunftsfähigkeit des Standorts entscheiden. Der Bericht ruft dazu auf, die strukturelle Stärke nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, sondern durch vorausschauende Politik und gezielte Investitionen weiterzuentwickeln.

Internationale Perspektive
Hinter der Schweiz folgt Singapur auf Rang 2, das vor allem bei Regierungseffizienz überzeugt, jedoch im Bereich Unternehmenseffizienz an Boden verliert. Hongkong macht zwei Plätze gut und liegt neu auf Rang 3, ein Zeichen für die erfolgreiche Neupositionierung der Sonderverwaltungszone.

Bemerkenswert ist auch der Vorstoss Deutschlands auf Rang 19, nach mehreren schwierigen Jahren. Kanada legt acht Plätze zu und zeigt, dass gezielte Reformen Wirkung zeigen können. Diese internationalen Verschiebungen illustrieren die Dynamik globaler Standortkonkurrenz.

Die Schweiz bleibt führend, aber nicht unbeweglich
Das World Competitiveness Ranking 2025 unterstreicht, die Schweiz ist globaler Vorreiter in Sachen Standortqualität,  doch sie darf sich nicht auf Lorbeeren ausruhen. Politische Weitsicht, strategische Offenheit und Investitionen in zukunftsweisende Strukturen sind jetzt gefordert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Schweiz ihre Spitzenposition nicht nur halten, sondern in einem volatilen Umfeld weiter ausbauen kann.

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