Wohnkosten-Schere öffnet sich weiter

Während sich die Lage im hochpreisigen Segment leicht entspannt, bleibt der Wohnungsmarkt für den Mittelstand und einkommensschwächere Haushalte schwierig. Besonders betroffen sind Zentralschweiz und Bergregionen. Gleichzeitig steigt die Kluft zwischen Bestands- und Angebotsmieten weiter.
Der aktualisierte Monitor Wohnungsmarkt des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt für 2024 eine differenzierte Entwicklung. Während die Nachfrage nach hochpreisigen Wohnungen leicht zurückgeht, bleibt die Suche für Haushalte ab dem oberen Mittelstand zunehmend schwierig. Besonders betroffen sind Regionen mit begrenztem Wohnraumangebot wie die Zentralschweiz und Berggebiete.
Die grösste Herausforderung besteht jedoch für den unteren Mittelstand und einkommensschwächere Haushalte. Der Knappheitsindikator bestätigt, dass insbesondere Familienwohnungen schwer verfügbar sind. Aufgrund steigender Mietpreise entscheiden sich viele Haushalte für kleinere Wohnungen und kompakte Grundrisse, was den Druck in diesem Segment zusätzlich verstärkt.
Wohnkosten-Schere zwischen Umziehenden und Sesshaften wächst
Ein bedeutender Trend, den der Wohnmonitor für 2025 aufzeigt, ist die wachsende Kluft zwischen Bestands- und Angebotsmieten. Während sesshafte Mieter und Eigentümer von stabilen oder sogar sinkenden Wohnkosten profitieren könnten, etwa durch eine mögliche Mietzinsreduktion infolge des fallenden Referenzzinssatzes, sind Neumieter und Käufer weiterhin mit steigenden Wohnkosten konfrontiert.
Besonders stark trifft dies Haushalte, die auf einen Umzug angewiesen sind. Neue Mietverträge werden oft zu deutlich höheren Preisen abgeschlossen als bestehende Mietverhältnisse. Diese Entwicklung verschärft die soziale Ungleichheit auf dem Wohnungsmarkt weiter.
Baugesuche als Hoffnungsschimmer
Eine leichte Entspannung könnte sich durch steigende Baugesuche und Baubewilligungen ergeben, die seit 2024 wieder zunehmen. Allerdings werden diese zusätzlichen Wohnungen frühestens ab 2026 auf den Markt kommen. Gleichzeitig bleibt das Wachstum des Wohnungsbestands mit unter 1 % pro Jahr weiterhin unzureichend, um die steigende Nachfrage auszugleichen.
Langfristige Herausforderungen für den Wohnungsmarkt
Der Wohnmonitor zeigt, dass die Zuwanderung weiterhin ein wesentlicher Treiber der Wohnraumnachfrage bleibt. Während sich die Unterschiede zwischen inländischen und ausländischen Haushalten in Bezug auf den Wohnbedarf weitgehend aufgelöst haben, bleibt die Gesamtversorgungslage herausfordernd.